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Rund um asiatische Küche

Kimchi selber machen – einfaches Rezept für Anfänger

von Emily Clark 07 Oct 2025

Autor: Yuki Nakamura 🇯🇵   |   Veröffentlicht am: 7. Oktober 2025

Kimchi ist das Herz der koreanischen Küche. Kaum ein anderes Gericht steht so sehr für Geschmack, Tradition und Gesundheit zugleich. Es ist scharf, würzig, leicht säuerlich und enthält unzählige probiotische Bakterien, die gut für die Verdauung sind. Doch was viele nicht wissen: Kimchi lässt sich ganz einfach zu Hause herstellen – mit wenigen Zutaten und etwas Geduld. Dieses Rezept richtet sich an Einsteiger, die authentisches Kimchi selbst machen wollen, ohne komplizierte Schritte oder schwer erhältliche Spezialzutaten.

Warum Kimchi so gesund ist

Kimchi ist weit mehr als nur ein würziges Beilagengemüse. Durch den Fermentationsprozess entsteht ein Lebensmittel voller lebender Milchsäurebakterien, die ähnlich wirken wie probiotische Joghurtkulturen. Sie stärken die Darmflora, verbessern die Nährstoffaufnahme und fördern das Immunsystem. Außerdem enthält Kimchi viele Vitamine – besonders Vitamin C, A und K – sowie Ballaststoffe und Antioxidantien. Kein Wunder also, dass Kimchi in Südkorea jeden Tag auf dem Tisch steht und als wahres „Superfood“ gilt.

Ein weiterer Vorteil: Kimchi ist sehr kalorienarm und kann über Wochen im Kühlschrank gelagert werden. Während viele westliche Lebensmittel durch Haltbarmachung Nährstoffe verlieren, wird Kimchi durch die Fermentation sogar wertvoller – Geschmack und Gesundheit wachsen hier zusammen.

Zutaten für klassisches Kimchi

Für etwa zwei große Gläser Kimchi benötigst du:

  • 1 großer Chinakohl (ca. 1 kg)
  • 80 g grobes Meersalz
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kleine Karotte
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm)
  • 2 Esslöffel koreanisches Chilipulver (*Gochugaru*)
  • 1 Esslöffel Fischsauce (optional)
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Reismehl oder Klebreismehl (für die Paste)

Hinweis: Wer vegetarisch oder vegan isst, kann die Fischsauce durch etwas Sojasauce ersetzen. Der Geschmack bleibt dennoch angenehm herzhaft.

Schritt-für-Schritt Anleitung

1. Chinakohl vorbereiten

Entferne die äußeren Blätter und schneide den Chinakohl der Länge nach in Viertel. Löse die Blätter leicht voneinander, damit später überall Salz hingelangt. Löse das Salz in einem Liter Wasser auf und tauche den Kohl hinein. Anschließend den Kohl gleichmäßig mit Salz bestreuen und in einer großen Schüssel etwa zwei Stunden ziehen lassen. Alle 30 Minuten wenden, damit die Blätter gleichmäßig weich werden. Danach gründlich mit kaltem Wasser abspülen, um überschüssiges Salz zu entfernen, und gut abtropfen lassen.

2. Gewürzpaste anrühren

In einem kleinen Topf das Reismehl mit 100 ml Wasser verrühren und kurz aufkochen, bis eine leicht zähe Paste entsteht. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Anschließend Knoblauch, Ingwer, Zucker, Fischsauce und Gochugaru hinzufügen. Die Masse sollte kräftig rot und würzig duften – das ist die Seele des Kimchi.

3. Gemüse vorbereiten

Die Karotte in feine Streifen schneiden, die Frühlingszwiebeln in Stücke. Beides unter die Gewürzpaste mischen. Diese Kombination sorgt für Frische und Struktur im fertigen Kimchi.

4. Alles mischen

Nun den Chinakohl portionsweise mit der Gewürzpaste einmassieren. Dabei am besten Küchenhandschuhe tragen – die Chili kann stark färben. Achte darauf, dass jedes Blatt mit Paste bedeckt ist. Wenn du willst, kannst du auch etwas koreanischen Rettich (*Mu*) hinzufügen, das gibt zusätzliche Knackigkeit.

5. Fermentation

Den eingelegten Kohl in saubere, luftdichte Gläser füllen und leicht andrücken, damit keine Luftblasen bleiben. Oben sollte ein kleiner Rand frei bleiben. Lass das Kimchi 1–2 Tage bei Zimmertemperatur stehen, bis sich Blasen bilden – das zeigt, dass die Fermentation begonnen hat. Danach in den Kühlschrank stellen. Nach etwa fünf Tagen ist das Kimchi mild und aromatisch, nach zwei Wochen intensiver und leicht säuerlich. Du kannst selbst entscheiden, wann es dir am besten schmeckt.

Tipps für perfektes Kimchi

  • Verwende unbedingt Gochugaru (koreanisches Chilipulver). Es ist milder und fruchtiger als herkömmliche Chilis.
  • Sauberkeit ist entscheidend. Alle Gläser und Löffel sollten steril sein, damit keine unerwünschten Bakterien entstehen.
  • Je länger Kimchi steht, desto intensiver wird der Geschmack – ideal für Suppen oder Pfannengerichte.
  • Wenn du Kimchi offen stehen lässt, stelle die Gläser in eine Schüssel – manchmal tritt Flüssigkeit aus.

Wie du Kimchi verwenden kannst

Kimchi ist unglaublich vielseitig. Es passt als Beilage zu Reis, Fleisch oder Tofu, als Füllung für koreanische Pfannkuchen (Kimchi Jeon) oder als Basis für Suppen (Kimchi Jjigae). Auch in westlichen Gerichten wie Sandwiches oder Burgern sorgt es für eine spannende Würze. Selbst einfach mit etwas Sesamöl angebraten, ist Kimchi eine köstliche Mahlzeit.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange hält Kimchi? – Richtig gelagert, mehrere Monate. Im Kühlschrank verlangsamt sich die Fermentation, aber sie hört nie ganz auf. Je älter das Kimchi, desto kräftiger wird das Aroma.

Warum riecht Kimchi so stark? – Das liegt an der natürlichen Gärung. Die Milchsäurebakterien produzieren Gase und Aromen, die für den typischen Geruch verantwortlich sind. Ein Zeichen für Qualität, nicht für Verderb.

Kann man Kimchi ohne Fischsauce machen? – Ja, mit Sojasauce oder Miso erhältst du eine vegane Variante mit ebenso tiefem Geschmack.

Fazit

Kimchi selbst herzustellen ist einfacher, als es aussieht – und das Ergebnis lohnt sich. Du kontrollierst alle Zutaten, kannst die Schärfe anpassen und lernst ganz nebenbei die Grundlagen der Fermentation kennen. Schon nach dem ersten Versuch wirst du verstehen, warum Kimchi in Korea fast heilig ist. Es vereint Tradition, Geschmack und Gesundheit in einem Glas – ein Stück Kultur, das du in deiner eigenen Küche weiterleben lassen kannst.


 

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