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Rund um asiatische Küche

Kimchi selber machen: Einfache Anleitung & Tipps

von Emily Clark

Kimchi selber machen: Zutaten, Fermentation und einfache Anleitung

Kimchi ist fermentiertes Gemüse und gehört zu den bekanntesten Lebensmitteln der koreanischen Küche. Die klassische Variante Baechu Kimchi wird mit Chinakohl zubereitet, doch es gibt zahlreiche regionale und saisonale Formen. Rettich, Gurken, Frühlingszwiebeln und andere Gemüse werden ebenfalls fermentiert. Geschmack, Schärfe und Säure verändern sich während der Reifung: Frisches Kimchi ist knackig und würzig, länger gereiftes Kimchi wird saurer und eignet sich besonders gut zum Kochen.

Für gutes Kimchi sind keine komplizierten Geräte erforderlich. Entscheidend sind sauberes Arbeiten, ein passendes Verhältnis von Gemüse und Salz sowie genügend Zeit für die Milchsäuregärung. Dieser Ratgeber erklärt die Grundmethode und zeigt, worauf bei Zutaten, Fermentation und Lagerung zu achten ist.

Was passiert bei der Fermentation?

Auf frischem Gemüse leben natürlich vorkommende Milchsäurebakterien. Unter den richtigen Bedingungen wandeln sie Zucker in Milchsäure um. Dadurch sinkt der pH-Wert, das Gemüse bekommt seinen typischen säuerlichen Geschmack und wird länger haltbar. Salz unterstützt diesen Prozess: Es entzieht dem Gemüse Wasser, beeinflusst die Textur und schafft Bedingungen, unter denen erwünschte Mikroorganismen einen Vorteil haben.

Fermentation ist dennoch keine Garantie gegen jedes Problem. Unsaubere Gefäße, ungeeignete Zutaten, falsche Temperaturen oder Gemüse, das dauerhaft aus der Flüssigkeit ragt, können Fehlgärungen begünstigen. Auffälliger Schimmel, fauliger Geruch oder ungewöhnliche Verfärbungen sind Warnzeichen. Im Zweifel sollte ein Ansatz entsorgt werden.

Zutaten für klassisches Chinakohl-Kimchi

Für ein mittelgroßes Glas werden typischerweise folgende Zutaten verwendet:

  • 1 großer Chinakohl,
  • Salz ohne unnötige Zusätze,
  • koreanische Chiliflocken Gochugaru,
  • Knoblauch,
  • Ingwer,
  • Frühlingszwiebeln,
  • Rettich oder Karotte,
  • Fischsauce oder eine vegane Alternative,
  • etwas Zucker oder geriebene Frucht,
  • optional eine Reisstärkepaste.

Die genaue Salzmenge hängt vom Gewicht des geputzten Gemüses und von der gewählten Methode ab. Deshalb sollte nicht ausschließlich nach Stückzahl gearbeitet werden. Wer reproduzierbare Ergebnisse möchte, wiegt den Chinakohl und folgt einem erprobten Rezept.

Passende Zutaten findest du in den Kategorien koreanische Lebensmittel, Gewürze, Saucen und Reisprodukte.

Gochugaru: die charakteristische Chili

Gochugaru sind koreanische Chiliflocken mit fruchtigem Aroma und unterschiedlicher Schärfe. Sie unterscheiden sich von sehr fein gemahlenem Cayennepfeffer und von vielen groben Chiliflocken. Für Kimchi wird meist eine mittlere Körnung verwendet. Die Menge lässt sich an den gewünschten Schärfegrad anpassen, doch Gochugaru liefert nicht nur Schärfe, sondern auch Farbe und Geschmack.

Beim Einkauf sollte auf die Zutatenliste geachtet werden. Reines Gochugaru besteht nur aus Chili. Gewürzmischungen können Salz, Knoblauch oder weitere Bestandteile enthalten und verändern dadurch das Rezept.

Fischsauce, Garnelenpaste und vegane Alternativen

Viele traditionelle Rezepte enthalten Fischsauce oder gesalzene kleine Garnelen. Diese Zutaten liefern Salz und Umami. Sie enthalten jedoch FISCH beziehungsweise KREBSTIERE und sind weder vegan noch für Personen mit entsprechenden Allergien geeignet.

Für veganes Kimchi können Fischprodukte durch eine Kombination aus SOJASAUCE, Miso, Algenbrühe oder einer speziell gekennzeichneten veganen Würzsauce ersetzt werden. Dabei müssen die enthaltenen Allergene geprüft werden. Sojasauce und Miso enthalten häufig SOJA und WEIZEN beziehungsweise GLUTEN.

Schritt 1: Chinakohl vorbereiten

Beschädigte Außenblätter werden entfernt. Anschließend wird der Kohl längs geteilt oder in mundgerechte Stücke geschnitten. Größere Stücke behalten häufig mehr Biss, benötigen aber mehr Platz im Gefäß. Geschnittener Kohl lässt sich leichter mit der Würzpaste vermengen.

Der Kohl wird gründlich gewaschen und abgetropft. Arbeitsfläche, Messer, Schüssel und Hände sollten sauber sein. Ein steriles Labor ist nicht nötig, doch normale Küchenhygiene ist unverzichtbar.

Schritt 2: Salzen

Beim trockenen Salzen wird das Salz gleichmäßig zwischen den Blättern verteilt. Bei einer Salzlake wird es zunächst vollständig in Wasser gelöst. Der Chinakohl ruht, bis er biegsamer wird und Flüssigkeit verliert. Je nach Größe, Salzkonzentration und Methode dauert dies unterschiedlich lange.

Nach dem Salzen wird der Kohl üblicherweise mehrmals mit sauberem Wasser abgespült, damit überschüssiges Salz entfernt wird. Anschließend muss er gut abtropfen. Ist das Gemüse extrem salzig, lässt sich dies später nur begrenzt korrigieren.

Schritt 3: Würzpaste herstellen

Knoblauch und Ingwer werden fein gehackt oder püriert. Gochugaru, Frühlingszwiebeln, Rettich und die gewählte Umami-Zutat kommen hinzu. Manche Rezepte verwenden eine abgekühlte Paste aus Reismehl und Wasser. Sie bindet die Würzung und liefert fermentierbare Kohlenhydrate.

Die Paste sollte kräftig schmecken, da sie sich mit dem Gemüse und der entstehenden Flüssigkeit verbindet. Trotzdem ist Vorsicht mit zusätzlichem Salz angebracht: Fischsauce, Sojasauce und der vorbereitete Kohl bringen bereits Salz mit.

Schritt 4: Gemüse und Paste vermengen

Beim Vermengen können Einweghandschuhe sinnvoll sein, denn Chili kann Haut und Augen reizen. Die Paste wird gleichmäßig auf allen Kohlstücken verteilt. Bei halbierten Kohlköpfen wird sie vorsichtig zwischen die Blätter gestrichen.

Wer weitere Gemüse wie Rettich, Karotte oder Frühlingszwiebeln verwendet, schneidet sie gleichmäßig. Sehr große Stücke fermentieren langsamer als feine Streifen.

Schritt 5: In das Glas füllen

Das Kimchi wird fest in ein sauberes, lebensmittelgeeignetes Gefäß gedrückt. Lufttaschen sollten möglichst reduziert werden. Oben bleibt Platz, weil bei der Fermentation Gas entsteht und Flüssigkeit aufsteigen kann. Ein bis zum Rand gefülltes Glas läuft leicht über.

Das Gemüse sollte von Flüssigkeit bedeckt sein. Ein geeignetes Fermentationsgewicht kann helfen. Das Gefäß wird nicht völlig unbeaufsichtigt luftdicht verschlossen, wenn entstehendes Gas nicht entweichen kann. Fermentationsgläser mit Ventil vereinfachen den Prozess. Bei einem normalen Schraubglas muss der Druck vorsichtig kontrolliert werden.

Wie lange muss Kimchi fermentieren?

Die Geschwindigkeit hängt vor allem von Temperatur, Salzgehalt, Gemüsesorte und gewünschtem Geschmack ab. Bei Raumtemperatur beginnt die Fermentation häufig innerhalb von ein bis zwei Tagen sichtbar zu werden. Bläschen, zunehmende Säure und ein leichtes Zischen beim Öffnen können normal sein.

Sobald der gewünschte Reifegrad erreicht ist, wird das Kimchi in den Kühlschrank gestellt. Dort arbeitet die Fermentation langsamer weiter. Wer mildes, knackiges Kimchi bevorzugt, kühlt früher. Für säuerliches Kimchi wird länger fermentiert. Sehr warme Räume beschleunigen die Gärung stark und erschweren die Kontrolle.

Lagerung und Hygiene

Kimchi wird gekühlt und möglichst mit sauberem Besteck entnommen. Das Gemüse sollte weiterhin unter der Flüssigkeit bleiben. Geruch und Geschmack werden während der Reifung intensiver; eine deutliche Säure ist nicht automatisch ein Zeichen für Verderb.

Nicht normal sind pelziger Schimmel, fauliger Geruch, schleimige Veränderungen außerhalb der erwartbaren Textur oder auffällige Farben. Bei Unsicherheit gilt: nicht probieren, sondern entsorgen. Personen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und andere Risikogruppen sollten bei selbst fermentierten Lebensmitteln besonders vorsichtig sein und im Zweifel fachlichen Rat einholen.

Häufige Fehler

Zu wenig Salz kann unerwünschte Mikroorganismen begünstigen, zu viel Salz hemmt die Fermentation und macht das Ergebnis ungenießbar. Ein weiterer Fehler ist zu wenig Platz im Glas. Austretende Flüssigkeit verschmutzt dann Deckel und Umgebung. Auch dauerhaft über der Lake liegendes Gemüse ist problematisch.

Sehr chlorhaltiges Wasser kann die Fermentation beeinflussen. Außerdem sollten Zutaten nicht beliebig ersetzt werden, ohne Salzgehalt und Allergene neu zu berücksichtigen. Gewürzte Saucen sind nicht gleichbedeutend mit reiner Fisch- oder Sojasauce.

Beliebte Kimchi-Varianten

Kkakdugi besteht aus gewürfeltem Rettich und bleibt besonders knackig. Oi Sobagi wird aus gefüllten Gurken zubereitet und meist jünger gegessen. Pa Kimchi verwendet Frühlingszwiebeln. Baek Kimchi ist eine helle, deutlich mildere Variante ohne große Mengen roter Chili.

Die Grundidee bleibt ähnlich, doch Salzzeit und Fermentationsdauer müssen an das Gemüse angepasst werden. Gurken enthalten mehr Wasser und reagieren anders als fester Rettich.

Was kann man mit reifem Kimchi kochen?

Säuerlich gereiftes Kimchi ist ideal für warme Gerichte. Kimchi Jjigae ist ein kräftiger Eintopf, der mit Tofu, Frühlingszwiebeln und je nach Rezept Fleisch oder pflanzlichen Zutaten gekocht wird. Kimchi Bokkeumbap ist gebratener Reis mit Kimchi. Auch Pfannkuchen, Dumpling-Füllungen und gebratene Nudeln lassen sich damit würzen.

Für eine schnelle Mahlzeit passt Kimchi zu koreanischen Instantnudeln, Reis, Tofu und Sesamöl. Beim Erhitzen verändert sich die lebende Bakterienkultur, der charakteristische Geschmack bleibt jedoch erhalten.

Allergene richtig beachten

Selbst gemachtes Kimchi ist nicht automatisch allergenfrei. Typische Allergene sind FISCH, KREBSTIERE, SOJA, WEIZEN beziehungsweise GLUTEN und gelegentlich SESAM. Bei gekauften Gewürzen und Saucen müssen Zutatenliste, Allergenhinweise und mögliche Spuren geprüft werden.

Wer für andere Personen kocht, sollte verwendete Marken und Verpackungen aufbewahren oder die Zutaten dokumentieren. Rezepturen können sich ändern; frühere Erfahrungen mit einer Marke ersetzen nicht die aktuelle Kennzeichnung.

Fazit

Gutes Kimchi entsteht aus frischem Gemüse, einer ausgewogenen Salzmenge, aromatischer Würzpaste und kontrollierter Fermentation. Sauberes Arbeiten und eine passende Lagertemperatur sind wichtiger als komplizierte Ausrüstung. Anfänger sollten mit einem erprobten Rezept und einer überschaubaren Menge beginnen.

Mit Gochugaru, Knoblauch, Ingwer und der passenden Umami-Komponente lässt sich der Geschmack anpassen. Nach der ersten Reifephase entwickelt sich Kimchi im Kühlschrank weiter und kann frisch als Beilage oder später zum Kochen verwendet werden.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle medizinische oder lebensmittelhygienische Beratung. Bei Allergien gelten ausschließlich die Angaben der verwendeten Produkte. Auffällig verdorbene Fermente dürfen nicht verzehrt werden.

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